Mumbai – Crawford Market und das Gate of India

Kontraste: Dubai, Oman, Indien – Reisebericht 9

Unsere Zeit für Mumbai geht dem Ende zu, und wir wollen auf jeden Fall noch einiges sehen, wie zum Beispiel den Crawford Market und ein altes Stadtviertel.

Das mit dem alten Stadtviertel will so einfach nicht in den Kopf unseres Guides – anscheinend ist das nichts, was man herzeigt, und so verplempert er einiges von der für uns so engen Zeit mit der Fahrt über ein paar Kilometer der Corniche, der breiten Uferstraße von Mumbai. Das ist, so haben wir den Eindruck, für jemanden, der im Mumbai wohnt, der wichtigste Ort in der Stadt. Die große, breite Straße, weitläufig in die Bucht geschwungen. Davor ein breiter Strand. Dahinter das modernere Mumbai mit kleineren und größeren Hochhausbauten. Alles ein wenig im Smog- und Sonnendunst. Uns kann das nicht so sehr beeindrucken, und unser Guide ist sichtlich ein wenig frustriert.

Crawford Market, das ist unser Ziel. Dort angekommen geht es hinein ins Getümmel, das frühmorgens noch weit dichter sein muss. Jetzt in der Mittagszeit sehen wir leicht müde Verkäufer, viel Obst, vor allem Mango, Papaya, Erdbeeren (es gib tatsächlich Erdbeerplantagen rund um Mumbai), Melonen, Ananas – bei den Ananas übrigens eine Sorte, die man bei uns so nicht kennt, mit ganz schmalen, hohen Früchten, wie kleinen Türmen. Wir erfahren später, dass das die weiblichen Früchte der Ananaspflanze sind. Schmaler uns höher als die männlichen Ananas, die es bei uns zu kaufen gibt. Zudem haben die weiblichen Pflanzen heftige Zacken an den Blättern, an denen man sich heftig schneiden kann. Viele der Verkäufer haben sich bereits zu einem kleinen Schwätzchen oder Spielchen zusammengesetzt. Andere schlafen da, wo es gerade ein Plätzchen gibt.

Nach dem Verkaufsbereich für Obst landen wir im Bereich mit Kleintieren. Gewusel vor und in den Käfigen. Davor Einkäufer, in den Käfigen vor allem alle möglichen Vogelarten, aber auch Kaninchen oder Hunde. Die große Holzhalle für Fleisch hat leider den Betrieb um diese Uhrzeit schon beendet; da finden sich neben den schon geputzten Hackstollen und Fleisch-Zerlegetischen auf dem Boden noch Überreste dessen, was hier mal verarbeitet wurde. Und auf den Bänken oder auch Tischen dann der eine oder andere Mann, der hier ein Schläfchen hält ebenso wie die Katze, die sich in ähnlicher Körperhaltung daneben legt.

Vorbei an vielen weiteren Bereichen mit Gewürzen, Verpackungsmaterial, Gemüse, kleinen Imbissständen, an denen man sieht, dass der Marktbetrieb langsam eingestellt wird, geht es hinaus aus dem Markt in das Stadtviertel nebenan. Unser Guide will nicht mit uns in die Straße, die wir angepeilt haben, sondern sucht eine etwas „moderatere“ aus – die andere ist nicht vorzeigbar oder zu gefährlich oder was auch immer, wobei ich mir „gefährlich“ nicht wirklich vorstellen kann.

In der Straße dann nicht nur sehr viele Menschen, sondern in den Geschäften und Auslagen auf der Straße ein Angebot, wie man es von Ramschmärkten kennt, die ihre Ware meist aus Fernost beziehen. Alles nicht wirklich interessant. Ich steuere in eine Nebenstraße hinein, sichtlich nicht zum gefallen unseres Guides, und merke, dass wir hier richtig sind. Kleine Geschäfte für den Alltagsbedarf, Straßenküchen, ein kleiner Friseursalon, ein Teehaus, vor dem uns der Betreiber einen Tee ausgeben möchte. An einem der Straßenstände wird eine Paste produziert, die dann von den Käufern auch als solche gegessen wird – der Farbe nach könnte sie ziemlich scharf sein. Ein paar Meter weiter steht eine Handvoll Menschen um einen Frittierstand, in dem kleine Teilchen herausgebacken werden – unser Guide meint, ich solle lieber keines probieren, für ihn sei das kein Problem, aber ich könnte Probleme mit dem Magen bekommen – ich nehme an, wegen der scharfen Gewürze.

Leider nur 100 Meter – dann meint unser Guide, dass wir umdrehen müssten, um noch den „Port of India“ zu sehen. Schade. Es geht los, durch einen Verkehr, der immer dichter wird. Haben sich vorher vier Autos nebeneinander auf der Straßenbreite gedrängelt, in Berührungsnähe, schaffen die Inder es irgendwie, auf dieser Breite auch noch fünf Autos zu platzieren. Reicht das dann auch nicht, wird kurzerhand immer wieder mal die Gegenspur mitgenommen, so lange, dass man als Europäer meint, es müsse gleich krachen – aber dann kommen beide doch irgendwie unter lautem Hupen aneinander vorbei.

Angekommen schließlich am Port of India, der laut vielen Beschreibungen wichtigsten Sehenswürdigkeit überhaupt. Gebaut Anfang des 20. Jahrhunderts, für einen Königsbesuch aus England – und 1947 zogen nach Unabhängigkeit Indiens die letzten Engländer durch dieses Tor ab. Der Platz um das Tor ein beliebter Treffpunkt. Hier hin gibt es den Sonntagsausflug, einfach um da zu sein, sich mit anderen zu unterhalten. Nicht irgendwie zweckgebunden, sondern einfach so, nach Lust und Laune. An „normalen“ Tagen seien es hier bis zu 8.000 Menschen. Aus unserer Sicht: einfach ein monumentales nicht sonderlich schönes Denkmal. Für den Inder sicher etwas Besonderes. Einzig lustiges Detail, man wird auf dem großen Vorplatz kontrolliert – Taschenkontrolle – Zugang für Damen rechts, Herren links.

Nebenan liegt gleich das Taj Mahal Hotel, eines der begehrtesten und teuersten Hotels Mumbais, bei denen, die normalerweise nicht so viel Geld für Hotels ausgeben vor allem bekannt geworden durch den terroristischen Überfall 2008, bei dem Teile des Hotels zerstört wurden. Wir schauen uns noch den Eingangsbereich an, der nach Kontrolle wie am Flughafen auch Nicht-Hotelgästen zugänglich ist. Edel, aber nicht riesig spektakulär – wir waren mehr beeindruckt von anderen Dingen, die wir in Mumbai erlebt haben.

Es geht zurück auf´s Schiff. Jetzt geht es weiter in den Süden Indiens, nach Kerala.

Beste Grüße
Lydia Häufele und Bernd Jans

 

Unser besonderer Reisetipp:

Ausgiebig Indien mit Mumbai, Kochi, Marmagao, New Mangalore, kombiniert mit Sri Lanka und den Malediven kann man mit der Costa neoClassica erleben, zu verschiedenen Terminen in der Wintersaison 2017/18. Zwei Wochen unterwegs, zum Beispiel 2 Tage Zeit für Mumbai, oder drei Tage auf den Malediven – eine wirklich schöne Route. Das Schiff ist etwas einfacher, aber die Route sehr stimmig. Auch preisgünstig, ab 1.249 Euro pro Person (ohne Flug).

Wir empfehlen diese Reise gerne! Die Kombination der Ziele einfach hervorragend.

Wer noch etwas unentschlossen sein sollte: Unsere Reiseberichte lesen, diejenigen, die schon auf www.ftkreuzfahrtspot.com stehen und auch diejenigen, die in den nächsten Wochen noch kommen. Das müsste eigentlich alle Argumente liefern, diese Reise zu unternehmen!

Gebucht werden kann über uns. Gerne bieten wir nähere Informationen. Telefon 02641-205071 oder eine Email schicken auf jans@ft-kreuzfahrten.de.

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Gert k. sagt:

    Tolle Reiseberichte.

    Gefällt 1 Person

    1. Dankeschön! Aber die Ziele waren auch super! Euch auch eine schöne Reise!

      Gefällt mir

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