Über den Polarkreis hinaus

Mit der MS Amadea auf Nordland-Reise – Reisebericht 5

Noch begeistert von Island geht es weiter nach Norden, in Richtung Spitzbergen, vorbei an den Jan Mayen Inseln. Wir haben zwei Seetage vor uns.

Jan Mayen Islands - Meer-2

Die See ist mehr als ruhig, fast schon unheimlich, keine Wellen in Sicht. Irgendwann am Abend kommt die Durchsage, dass der Polarkreis erreicht sei und die „Polarkreistaufe“ stattfände – für manche Passagiere ein zwingend erforderliches Ritual, das wir selbst nicht unbedingt verstehen … Kopf einseifen, mit Wasser bespritzt werden, ein absichtlich eklig schmeckendes Häppchen essen, dann noch einen Plastikfisch küssen – das Programm durchgezogen von einem Animationsteam, das irgendwie nach Mischung zwischen Neptun und Seeräuber aussieht. Die einen Passagiere stehen Schlange, andere schauen amüsiert zu, viele lassen sich gar nicht sehen. Wir machen ein paar Fotos, verschwinden dann, und bekommen später trotzdem die von uns nicht so sehr begehrte Urkunde zur Polarkreistaufe.

Am Himmel wechseln sich Wolkenbilder ab, mal dunkler, auch mal ein kleiner Regenschauer, aber meist herrliche Kombinationen mit Sonnenschein. Die schon langen Abende entwickeln sich langsam aber sicher zu ganz langen Tagen, an denen die Sonne gar nicht mehr untergeht.

Jan Mayen Islands - Meer-3

Das Wetter ist uns mehr als wohl gesonnen. Die Wolkenbilder werden immer abenteuerlicher. Auf unserer Fahrt die Überraschung: Die Jan Mayen Inseln sind zu sehen – die Inseln, die 340 Tage des Jahres unsichtbar im dichten Nebel liegen, zeigen ihre Steilküste bis auf eine Höhe von ein paar hundert Metern. Dass darüber über 2000 Meter hohe Berge liegen, lässt sich nicht einmal erahnen, denn über dieser Sichtgrenze ist alles wie abgeschnitten.

Die MS Amadea nimmt ein wenig Kurs auf die Insel, fährt in Küstennähe, so dass wir möglichst viel und gut sehen können – angelandet werden darf nicht, die ganze Insel ist ein Naturreservat, nur wenige Forscher leben im Bereich einer kleinen Wetterstation. Wir sehen steile Küsten, Felsabbrüche, bizarre Felsformationen entlang der Küstenlinie, manchmal so etwas wie einen Skulpturenpark aus Felsbrocken unterschiedlichster Gestalt vorgelagert im Meer, auch die kleine Forschungsstation.

In den Wolken versteckt ist leider der vergletscherte Beerenberg, einer der nördlichsten aktiven Vulkane. Zumindest einen der riesigen Gletscherarme, die bis ins Meer hineinlaufen, können wir sehr gut sehen. Die spiegelglatte See, der Himmel mit den unterschiedlichsten hellen und dunklen Wolken kombiniert immer wieder mit intensiv himmelblauen Wolkenlöchern, durch die die Sonne ins Wasser hineinstrahlt, und dahinter die ziemlich düster wirkenden Jan Mayen Inseln ergeben zusammen eine ganz besondere Inszenierung.

Jan Mayen Islands - Meer-4

Ein kurzer Bericht – aber die Fotos sprechen für sich. Wir sind weiter auf dem Weg nach Spitzbergen.

Bis bald und beste Grüße
Lydia Häufele und Bernd Jans

Haben Sie interesse an einer Kreuzfahrt? Gerne bieten wir nähere Informationen. Telefon 02641-205071 oder eine Email schicken auf jans@ft-kreuzfahrten.de.

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