Hanoi – Anreise und erste Eindrücke

Vietnam- und Kambodscha-Reise, Bericht 1

Die schon lange geplante Reise nach Ostasien, genauer gesagt nach Vietnam und Kambodscha, geht los. Etwa 9.000 Kilometer fliegen wir von Frankfurt nach Bangkok, mit einem Airbus A380 von Thai Airways. In Bangkok erwartet uns ein neuer, riesiger und ziemlich weitläufiger Flughafen – anscheinend werden an verschiedensten Plätzen auf der Welt Großflughäfen tatsächlich auch fertiggestellt und schnell betriebsbereit.

Wir haben etwa 90 Minuten Zeit um umzusteigen, aber die benötigen wir auch. Lange Wartezeiten an der Sicherheitskontrolle, und endlos lange Laufwege. Wir fliegen weiter nach Hanoi, noch mal gut 1.000 Kilometer. Beim Start in Bangkok sehen wir unter uns zunächst die überfluteten Reisfelder, anschließend wird die Stadt überflogen.

Der Rote Fluss, den wir beim Anflug auf Hanoi überfliegen, ist jetzt nach der Regenzeit nicht sonderlich rot, sondern schlammig braun. Die ersten Reisefelder und kleinere Orte sind zu sehen. Im Flughafen – auch neu, gerade mal ein paar Jahre alt – folgt eine schnelle Erledigung aller Formalitäten rund um die Einreise. Leider hat einer unserer Koffer auf der Strecke zwischen Frankfurt und Hanoi einen Satz Rollen verloren. Im Flughafen direkt am Kofferband ein Schalter von Vietnam Airlines; die freundliche Dame hilft gleich weiter, informiert Thai Airways, und als wir im Hotel sind, liegt schon eine Info für uns vor. An den Hinweistafeln auf die Städte merken wir, dass wir angekommen sind – die Schreibweise ändert sich. Hanoi wird zu Hà Nội, Saigon zu Sài Gòn, Halong zu Hạ Long.

Am Flughafenausgang erwartet uns ein netter vietnamesischer Reiseleiter, Thieu Tri Dung, der überraschend gut deutsch spricht, mit einem Phoenix-Schild in der Hand. Er führt unsere Mini-Gruppe mit nur drei Paaren zu einem Kleinbus, in dem 30 Personen Platz hätten. Jetzt geht es erst einmal eine Woche auf Rundreise, vom Norden Vietnams hinunter bis in den Süden, mit Start in Hanoi.

Im Bus bekommen wir zunächst ein paar Infos über Vietnam. Flächenmäßig etwas kleiner als Deutschland, dafür etwa 10 Mio. Einwohner mehr. Währung ist der Dong, mit dem der Geldbeutel gleich Millionenschwere bekommt; 100 Euro sind etwa 2,5 Mio. Dong.

„Zweitwährung“ ist für uns aufgrund der noch nicht allzu lange zurück liegenden Kriegsgeschehen im Land etwas überraschend der US-Dollar. Bei den Sprachen schlägt trotz aller damit verbundenen wenig angenehmen Erfahrungen in der Vergangenheit die Kolonial- und Kriegszeit hindurch – neben der Landessprache vietnamesisch wird englisch, französisch und japanisch gesprochen, dazu gekommen ist chinesisch, ältere Jahrgänge haben in der Schule noch russisch gelernt. Unser Reiseleiter hat Deutsch in der DDR gelernt, wie alle anderen auch, die uns später auf der Reise noch begleiten werden – und gut in Übung ist er, weil seine Kinder in Deutschland studieren, er mit ihnen viel deutsch spricht, nicht nur ab und an mit den wenigen Touristen aus Deutschland „übt“.

Schon die Fahrt zum Hotel wird zur ersten Entdeckertour. Der Straßenverkehr wird als ziemlich wild angekündigt; außerhalb der Stadt merken wir das noch wenig, aber dann … Wildes Gewusel mit tausenden Mopeds, die kreuz und quer die Straßen nutzen, zwischen den Autos, Straßenverkäufern und Rikschas hindurch, irgendwie, mit lautem Hupen – aber anscheinend immer gekonnt. Am Straßenrand warten die ersten Tuc Tuc’s auf Fahrgäste.

Das Gebiet um Hanoi scheint ein riesiges Gemüse-Anbaugebiet zu sein. Soweit man das vom Bus aus erkennen kann, gibt es eine enorme Vielfalt, nicht einfach nur ein paar standardisierte Salate oder Gemüsesorten, sondern einfach all das, was grün ist und genießbar ist und schmeckt. Recht oft liegen mitten zwischendrin in Gemüse- und Reisfeldern kleine Friedhöfe; Platz für Bestattungen sei knapp, daher würden eigene Felder von den Familien genutzt, erfahren wir.

Je näher wir der Stadt kommen, desto mehr gibt es entlang der Straße Händler und Werkstätten für alle erdenklichen Dinge, dazwischen immer wieder Straßenstände, an denen es etwas zu essen gibt – manchmal wie eine kleine Gaststätte mit ein paar Tischen und Stühlen oder kleinen Schemeln – immer aus Plastik –, aber weitaus häufiger einfach nur Verkaufsstände mit kleinen Happen, hausgemacht und frisch zubereitet. Eben Streetfood – und zwar nicht das, was bei uns von großen Trucks herunter als völlig überteuerte Frost- und Convenienceware unter die Leute gebracht wird, sondern hausgemachte kleine Leckereien. Vom Bus aus bewundern wir nicht nur das Gewimmel der Mopeds, sondern bestaunen auch die äußerst kreativen Kabelbüschel an den Strommasten und die unglaublich schmal gebauten Häuser.

Untergebracht sind wir im Flower Garden Hotel, das sicher zu einem der besseren Häuser in Hanoi zählt. Unser Zimmer liegt auf der 13. Etage, ziemlich über all den Dächern von Hanoi. Leider ist die Sicht nicht ganz so toll. Alles ist etwas diesig-verschwommen; es scheint eine kleine Smogwolke über der Stadt zu liegen, von all den knatternden, qualmenden und stinkenden Fahrzeugen, dazu eine enorm hohe Luftfeuchtigkeit. Aber trotzdem bewundern wir die Aussicht, hinunter auf die quirlige Stadt.

Hanoi - Aussicht vom Hotel

So viel zu unserer Anreise. Gebucht haben wir die Reise bei Phoenixreisen, dem Anbieter aus Bonn, mit dem wir schon immer gerne gereist sind. Im nächsten Bericht werden wir uns auf erste Erkundungen in Hanoi begeben.

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