Hanoi – Moped-Chaos und der alte Markt

          Vietnam- und Kambodscha-Reise, Bericht 3

Weiter geht es für uns in Richtung Innenstadt. Die Szenerie ändert sich kaum, es bleibt das charmante, altstädtische Hanoi. Nur in der Ferne sieht man ein paar Hochhäuser. Uns beeindrucken die vielen mobilen Händler in den Straßen. Einige sind mit zwei am Tragebalken hängenden Körben, gefüllt mit Obst und allem, was in Gärten so wächst, unterwegs. Andere sitzen mit ähnlicher Auswahl auf den Fußgängerwegen. Uns begegnen vollgepackte Fahrräder mit Reissäcken, Mopeds mit Heuballen oder Ziegelsteinpacken. Die Fußgängerwege sind allesamt meist belegt, wenn nicht von Verkäufern, dann mit Mopeds.

Hanoi - Strassen-Verkäufer-9

Überhaupt noch einmal zu diesen Fahrzeugen – es sind Fahrzeuge für alle, die irgendwie mobil sein wollen, da es auch kaum Linienbusse gibt. Sie sind ein fast unverzichtbares Fortbewegungsmittel. Mit ihnen ist man nicht nur einfach unterwegs, ob zur Arbeit oder in der Freizeit; sie dienen auch als Transportmittel für alle erdenklichen Lasten, egal ob riesig groß oder ziemlich schwer. Sie sind handlich und wendig; man kommt mit ihnen nicht nur gut durch den dichtesten Straßenverkehr, sondern auch durch die engsten Marktgassen.

Auf den Mopeds sieht man jüngere und ältere Leute, oft Paare und auch Familien mit ein oder zwei, manchmal sogar drei Kindern zu den Erwachsenen gepackt. Nicht selten sieht man junge Mütter mit besonderen Sicherheitsgurten – vorne ein Baby angeschnallt, auf dem hinteren Sitz ein kleineres Kind mit einer Art Rucksackgurt.

Sitzen jüngere Frauen auf dem Roller, sind sie häufig mehr oder weniger komplett vermummt – mit einer Stoffjacke, sehr lang, mit richtig großer Kapuze, die weit ins Gesicht gezogen ist, die Ärmel so lang, dass sie die Hände verdecken, im Gesicht ein übergroßer Mundschutz. Gerade die Augen schauen raus. Viele haben auch einen Ganzkörperumhang. Dann blitzt auch mal aus einem Seitenschlitz mehr raus, die Beine – mal eine Hose, mal ein Minirock.

Wir bekommen von unserem Reiseleiter mit, dass unter dieser Verkleidung meist schicke junge Frauen stecken, die sich im Büro dann „entblättern“ – schick sei nämlich nicht nur eine tolle Kleidung, die man so relativ unbeschadet auf dem Moped tragen könne, sondern auch eine möglichst helle Hautfarbe, daher der umfassende Sonnenschutz.

Hanoi - Moped Altstadt

Wir gehen immer noch kreuz und quer durch die Stadt. Wer interessiert schaut, bekommt auch mal ein Häppchen angeboten – an einem Laden wurde mir ein Stück „Irgendetwas“ angeboten, das sich als ein Fitzel extrem scharfes Trockenfleisch entpuppte, zum „knabbern“.

Wenn wir es nicht gewusst hätten, wären wir bei all der Geschäftigkeit in den Straßen nicht auf die Idee gekommen, dass eigentlich an diesem Tag ein Trauertag in Vietnam angesetzt ist, bei dem Musik und verschiedene Veranstaltungen verboten sind. Staatstrauer ist angesetzt, der frühere Staats- und Regierungschef Vietnams, Generalsekretär der Kommunistischen Partei von Vietnam, Do Muoi, ist im Alter von 101 Jahren gestorben – er war noch einer derjenigen, die in den 40er- und 50er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts gegen die französische Kolonialmacht in Vietnam kämpfte, später dann bei den Auseinandersetzungen mit den US-Amerikanern im Vietnamkrieg.

Langsam wird es dunkel. Wir steuern den alten Markt an. Im alten Stadtzentrum von Hanoi lassen wir uns einfach vom Leben auf den Straßen treiben – wir gehen hin und her im Straßengewirr, einfach dahin, wo wir gerade etwas Interessantes entdecken. Auf den Straßen herrscht überall geschäftiges Treiben. Eher unverhofft stehen wir plötzlich vor dem alten Marktgebäude. Gleich im Eingangsbereich wird rege gehandelt.

Frauen und Männer tragen große, aber leicht aussehende Säcke. Wir sehen eine unglaubliche Vielfalt und Menge an getrockneten Pilzen, die in riesigen Säcken, fast mannshoch, herumstehen, gehandelt und transportiert werden. Die Wege zwischen den Säcken sind so eng, dass man fast nicht hindurch kommt. In den Gesichtern der Verkäufer manchmal kein Interesse an uns, dann wieder freundliches Erstaunen, dass wir so neugierig all das Angebotene bestaunen. Einen Weg weiter gibt es alle möglichen Größen getrockneter Shrimps, und daneben getrocknete Fische – nicht so langweilige und nur etwas „stinkige“ Fischbrocken wie der Stockfisch, sondern bunte, gemusterte Fische und Fischplatten.

Für uns geht es weiter, kreuz und quer durch die Stadt. Am Abend wird es noch ein paar kleine Entdeckungen geben und ein großartiges vietnamesisches Buffet. Darüber berichten wir das nächste Mal.

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  1. Eine wirklich unglaublich beeindruckende Reise für uns alle.

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