Hanoi – Bananen-Blüten, Glibber-Nudeln, Schweine-Schwänzchen, Seidenraupen …

Vietnam- und Kambodscha-Reise, Bericht 4

Kreuz und quer geht es weiter durch die Stadt. Wirklich weit sind wir noch nicht gekommen. Es gab einfach zu viele Seitenwege und viel zu viel zu entdecken – da es dem Abend zu geht, viel Essbares überall entlang der Straßen, und später wird es noch zu einem typischen vietnamesischen Buffet gehen.

Hanoi - Markt Garküche-6

Direkt beim Markt führt eine schmale Seitenstraße durch das Häusergewirr, links und rechts mit vielen kleinen Garküchen, von denen unterschiedlichste Speisen angeboten werden.

Los geht es mit gekochten fast winzigen Taschenkrebsen, bei denen man sich die Frage stellt, was daran essbar sein soll. Ein paar Schritte weiter gibt es in Bananenblättern gedämpften Reis, der sicherlich mit Bohnenpaste oder Fleischzubereitungen gefüllt ist. Eine Dame bietet Nachtisch an, eingelegte Früchte, gesüßte Bohnen, bunte Soßen, glibberige grüne Reisnudeln und mehr.

Hanoi - Markt Garküche-5

Dann ein Stand mit Gebratenem und Gegrilltem, ob Fisch oder Schweinefüße, dazu Gemüse. Etwas weiter gibt es Nudelsuppe in allen möglichen Variationen.

An einem anderen Stand werden Shrimps komplett mit allem drum und dran in einen Teig getaucht und wie Fladen oder Reibekuchen knusprig frittiert. So geht es fast endlos weiter.

Eigentlich sind wir müde, wollen umkehren, und entdecken dann eher zufällig noch den Eingang zu einem kleinen buddhistischen Tempel. Eine Bhikkuni lädt uns freundlich ein, uns umzuschauen – eigentlich ist es „nur“ eine Wohnstätte mit kleiner Tempelanlage. Was eine Bhikkuni ist, weiss ich auch erst seither – buddhistische Mönche sind eben nicht nur Männer, es gibt auch Frauenklöster.

Wir schauen uns um, gehen durch den Innenhof, in dem ein Strauch mit herrlich reifen Sternfrüchten steht, sehen nicht wie sonst immer nur den sakralen Bereich, sondern auch die Wohn- und Schlafräume, und können auch einen Blick in die Küche werfen. Irgendwo an der Wand lesen wir, dass der Tempel Chùa Cầu Đông heißt. Auf den Dächern sitzen selbstverständlich Drachen, und von den Mauern springen uns einige plastisch herausgearbeitete Tiere an, gleich beim Eingang ein Tiger.

Langsam wird es immer dunkler. Bevor wir zurück zum Hotel gehen, soll aber noch eine kleine Pause eingelegt werden; zwei nette Damen haben uns einen Tipp, wo man nett sitzt und einen guten Kaffee trinken kann. Wir setzen uns gemütlich ins Café und beobachten all das, was an der Straße vor uns vorbei kommt – ganze Kolonnen von Rikschas mit Touristen, Straßenverkäufer mit ihren Körben oder auf Fahrrädern, hupende Mopeds, Fußgänger, die sich zwischen all den Fahrzeugen durchdrängeln. Eine Frau ist mit den merkwürdigen Zitrusfrüchten unterwegs, die sich Buddha’s Finger nennen.

Endgültig müde machen wir uns auf in Richtung Hotel. Der Zufall hilft weiter – eine Rikscha sucht noch Fahrgäste. Wir lassen uns halbwegs bequem zum Hotel fahren, genießen die Aussicht von unserem Plätzchen vorne auf dem Fahrzeug, bedauern immer wieder ein wenig unseren Fahrer, der kräftig in die Pedale treten muss, um uns beide durch den wilden Straßenverkehr zum Hotel zu bringen.

Kleine Pause im Hotel, vor dem Abendprogramm. Es ist noch ein Abendessen in einem Restaurant geplant, in dem Vietnamesen gerne Buffet essen gehen, in einem Vergnügungspark. Am liebsten würden wir ja gleich neben dem Hoteleingang an einer kleinen Garküche essen; hier duftet es gar zu verführerisch aus den Töpfen.

Hanoi - Garküche Abend-3Hanoi - Garküche Abend-4

Gegen 19 Uhr, es ist inzwischen schon richtig dunkel, geht es los, mit dem Bus. In der Stadt scheint es, als ob es erst jetzt richtig betriebsam werden würde – Garküchen, kleine Restaurants, Bars, Läden, Verkaufswägen, überall ist etwas los, und auf den Straßen fahren unzählige Mopeds und Tuc Tuc’s.

Am Zielort erwartet und ein quirlig-tummeliger Eingangsbereich zum Restaurant, erleuchtet mit vielen bunten Lampions.

Wir sitzen in einem ziemlich riesigen Restaurant, in dem ein paar hundert Gäste Platz finden, zwischen lauter Vietnamesen und Chinesen. Am Buffet eine riesige Auswahl, ein wenig international, aber auch ein richtig breites Angebot an typischen vietnamesischen Speisen, ob glibberige oder klare Suppen, Fleischstücken in allerhand Marinaden, Frühlingsrollen und sauren Bällchen, verschiedenste Muscheln, Schnecken und Meerestiere, überbackene Austern und Scampis, Klebereis und Bohnen im Bananenblatt gedämpft.

Natürlich gibt es auch gegrillte Ente und gebratene Hühnerteile, alle möglichen Gemüse- und Salatsorten, schwabbelige Schweinefüße und Schweineschwänzchen in irgendeinem Salatgemisch, Bananenblütensalat, beim Nachtisch viel Obst und eine Vielfalt an wabbelnden Puddings und Klebereisbollen in schrillen Farben, und sonst noch so allerhand.

Es geht auch noch ein wenig exotischer – zum Beispiel gegrillte Seidenspinnerraupen. Wir haben uns getraut, wenigstens eine zu essen. Schmeckt gar nicht schlecht, wie geröstete Erdnuss.

Völlig satt bestaunen wir auf der Heimfahrt noch aus dem Busfenster das ruhig gewordene nächtliche Hanoi. Es ist inzwischen etwa 22 Uhr am Abend, die meisten Geschäfte haben geschlossen, die Garküchen haben bereits abgebaut.

Nur noch wenige Restaurants, in denen vor allem junge Leute sitzen, haben geöffnet. Gegen 21 Uhr wird es immer sehr ruhig in der Stadt, erzählt unser vietnamesischer Reiseleiter, da die meisten Menschen gegen 5 Uhr wieder aufstehen, und Schulbeginn für die Kinder ist bereits um 7 Uhr.

Hanoi - Buffet-2

Am nächsten Tag heißt es, mehr in die Geschichte des Landes einzutauchen – Ho Chi Minh und die jüngere Geschichte Vietnams werden im nächsten Bericht im Mittelpunkt stehen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s