Teneriffa – grün und geheimnisvoll

am

Grüne Täler, dichte Wälder, gespenstische Wolkenbilder
Kanaren und Kapverden, Reisebericht 10

Eindrucksvoll war schon der Vormittag mit der Fahrt zum Pico de Teide. Jetzt wollen wir auf jeden Fall noch ganz in den Norden fahren, in den Parque Rural de Anaga, in das unser Ansicht nach schönste Gebiet von Teneriffa.

Die Strecke führt uns, da wir aus dem Süden kommen, direkt durch Santa Cruz de Tenerife. Entlang der Straßen zeigt sich das, was man von typischen Ferienorten im Süden so erwartet – eine bunte Mischung aus mehr oder weniger alten Gebäuden, Plätzen und kleinen Parkanlagen, Straßengeschäften und Cafés.

Schon in der Stadt geht es langsam bergan, dann sehr schnell hinauf in die Höhe. Der ganze Nationalpark zeigt sich als ein zerklüftetes grünes Faltengebirge mit steilen Hängen und engen Tälern. Geheimnisvolle, enge Bergeinschnitte wechseln sich ab mit Streckenabschnitten und Plätzen, von denen man eine herrliche Aussicht genießt. Nach jeder Kurve ein neuer Ausblick, eine überraschende neue Szenerie.

Die Straßen führen in engen Serpentinenschleifen und mit enormen Steigungen durch den Park. Immer wieder fährt man direkt oben auf dem Berggrat, von dem aus man zu beiden Seiten hinunter aufs Meer schauen kann.

Verstreut liegen einzelne Gehöfte und kleine Dörfer. In den Steilhängen sieht man häufig Terrassenfelder oder Wiesenflecken. Viele der Bergterrassen zerfallen und sind mit Grün überwuchert; landwirtschaftlich genutzt werden viele der Flächen schon längst nicht mehr, wie man sieht. Im Gestrüpp, zwischen Büschen und Kakteen, grasen Kühe; ein Hirte sitzt ziemlich einsam in einem Berghang.

In einem der kleinen Dörfer entdecken wir ein Restaurant. Drinnen ist alles sehr rustikal eingerichtet, es ist ziemlich laut. Obwohl es schon relativ spät am Nachmittag ist, sind fast alle Tische voll besetzt mit Gästen, die Speisen auf den Tellern haben, die man am liebsten alle auch mal probieren möchte. Bevor es losgeht, bekommen wir zum Einstieg ein Schälchen mit Mojo Verde – Olivenöl, voller klein geschnitttener und gepresster Kräuter; was alles drin ist, wird uns auf unsere Nachfrage nicht verraten, das sei geheim. Dazu gibt es frisch gebackenes Brot. Wir waren uns einig: So etwas Leckeres bekommt man äußerst selten auf den Tisch.

Und ebenso hervorragend war all das, was wir uns empfehlen ließen und dann aus der Küche kam – ob das Steak, das uns als Spezialität mit der englischen Umschreibung „secret meat“ angeboten wurde, oder der Salat oder die kanarischen Salzkartoffeln, die Patatas Arrugadas. Das hervorragende Stück Fleisch, medium gebraten, war – wie später recherchiert – ein Spider-Steak, ein besonderes Stück Rindfleisch, das sehr selten auf der Karte steht. Ein Essen im Bodegon Campestre wird bei uns künftig ein „Muss“ sein, bei jedem Aufenthalt auf Teneriffa.

Das Wetter bietet auf dieser Tour abwechslungsreichste Szenerien. Mal ist es bei geschlossener dunkler Wolkendecke fast finster wie am frühen Abend. Dann reißt der Himmel geradezu wieder auf, ist intensiv blau in einem dunkeln Rahmen, manchmal regelrecht geschmückt mit kleinen weißen Wolken dazwischen.

In den Bergen und Tälern zeigen sich immer wieder Fleckenmuster; manche Bereiche haben intensive Farben im Sonnenlicht, andere liegen in tiefem Schatten. Mal sind die Berggipfel von Wolken verdeckt, mal sind es die Täler, die von Wolken zugedeckt werden.

Manchmal schieben sich die Wolken geradezu über die Gipfel und Grate und stürzen sich wie breite Wasserfälle auf der anderen Bergseite den Hang hinunter. Und all das ändert sich fast minütlich. Wo gerade noch die Landschaft im Sonnenlicht zu sehen war, steht man unter Umständen kurz darauf schon in einer Wolke.

Langsam wird es Abend. Wolken und Sonne bieten Schatten- und Farbspiele am Himmel und auf der Erde.

Unser Tagesausflug geht dem Ende zu. Wir fahren zurück zum Hafen, geben das Auto ab – und unser Schiff wird uns zu einer der am wenigsten bekannten Inseln der Kanaren bringen, nach Hierro.

Über diese Insel berichten wir in unserem nächsten Kanaren-Kapverden-Reisebericht.

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